Umbau nach dem Kauf 1821-1824

Dies Schreiben sandte Gutskäufer von Müller der Feuerversicherung nach umfangreichen Instandsetzungsinvestitionen zwischen 1821 und 1824. Er wollte damit die Versicherungswerte und -prämien anpassen.

Auch damals dauerte es schon drei Jahre, aus den herunter gekommenen Gebäuden etwas halbwegs Zeitgemässes zu machen. 1819 wurde der Kaufvertrag für Westenbrügge mit Vorwerk Uhlenbrook sowie Bolland geschlossen, 1820 übernommen.



Unten der Inhalt des Schreibens:

 

Westenbrügge Amts Buckow

Zum löblichen engeren Ausschuss der Mecklenburgischen Ritter und Landschaft erwählte Herren Landräthe und Deputierte,
Hochwohl und Wohlgeborene
Höchstzuehrende Herren !

Im vorigen Jahre 1823 habe ich das, in dem Geb. A anliegenden SituationsPlan unter Nr. 2 angeführte Wirtschaftshaus statt des unter eben der Nr. vorher vorhandenen und im jetzigen Jahre, statt des alten Geb. Nr. 3 aufgeführten Brau- und Backhauses nebst Ställen, ein anderes zu Ställen Wagenremise und Holzställen nebst Kutscher und Knechtskammern auch einer ... zum ... schneiden mit doppeltem über dem ganzen Gebäude liegenden Korn und Heuboden neu erbauet. (Pferdestall und Inspektorenhaus)

Das herrschaftliche Wohnhaus ist in den vorhergehenden Jahren 1821 und 1822 mit neuen Fenstern neuen Fussböden und Stubenthüren einer neuen Haustreppe, Stubenofen und Spaar-Heerden versehen worden, auch die Wassermühle um 16 Fuss länger gebauet, aus welchen Bauten und Anbauten das bisherige Taxatum, und gleichfalls hierbei eingeschlossenem Verzeichniß der Gebäude Lit B eine Erhöhung von 3750 erhalten hat.

Indem ich mich nunmehr dieser, erhöheten Tax. Summe wegen zu dem statutenmässigen Beytrage der regartiert werdenden Zuschüsse erkläre, ersuche ich gehorsamst, in dem Lagerbuche die Umschreibung der benannten Gebäude zu den angeführten Preisen und zwar die Nummern 1,2, und 3. Mit Ausschluss der massiven Mauern, verfügen und die behufigen Versicherungs Scheine darüber ertheilen lassen zu wollen.

In vollkommenster Hochachtung habe ich die Ehre zu beharren

Euer Hochwohlgeboren und Wohlgeboren
gehorsamster Diener
von Müller
Westenbrügge den 13ten Januar 1825

In vollkommenster Hochachtung habe ich die Ehre zu beharren Euer Hochwohlgeboren und Wohlgeboren gehorsamster Diener von Müller

Langsam verstehe ich, wieso ich mit den Bürokraten im Amt Neubukow Salzhaff nicht zurechtkomme: Ich treffe einfach nicht den richtigen Ton.

Die treffen dagegen immer den richtigen Ton. Die schreiben Briefe, genauso wie dieser Herr von Müller, völlig verschnörkelt und total unverständlich für einen produktiven Bürger mit Abitur und zwei Studienabschlüssen.

Die Antwort der Versicherungskommission steht in zwei halben Zeilen links am Rand. Wahrscheinlich haben sie daraus einen zweiseitigen Antwortbrief in ähnlicher Weise erzeugt.

Und im Amt Neubukow Salzhaff hat sich nichts geändert seit 1825. Schon Bismarck sagte: „Wenn ich wüßte, daß morgen die Welt untergeht, würde ich nach Mecklenburg ziehen. Dort kommt alles 100 Jahre später.“

Da hilft nur eins, ein anderes häufig verwendetes Wort von Bismarck:

No Surrender - Nie Aufgeben